Yield Management und die verrückte Fußball-EM-Hotel Welt


Auf Welt.de habe ich gerade einen tollen Artikel über kuriose EM – Geschichten von Michael Witt und Sven Flohr gefunden.

Es war ein ziemlich verrücktes Monat. Am 21. Mai schrieb ich einen Beitrag über die momentane Situation über die Hotels in Wien. Genauer gesagt über ein Hotel in Wien das Tourotel Mariahilf.
Stand: 33 % Auslastung. Die EM ist vorbei und wir haben unser Budget deutlich übertroffen und den Durchschnittspreis um 30 % erhöht. Ich hatte noch nie so ein Monat. Geschafft wude es nur durch gezieltes Yield Management und durch „überteuerte Preise“ an Spieltagen! Die Auslastung ist um 10 % hinter Vorjahr. Daran kann man deutlich erkennen – ein guter Yield Manager macht sich mehr als bezahlt.  An Spieltagen haben einige Pensionen das Zimmer um 300 bis 500 Euro verkauft. Ein Appartement wurde auf Booking um 1800 Euro angeboten – verrückt oder? Wahrscheinlich wird ein bitterer Nachgeschmack bei einigen Gästen bleiben – erhöhte Preise in den Fan Zonen, abzocke in einigen Hotels! Leider war es nur so möglich die hohen Ziele zu erreichen. Also  viele Hoteliers in Wien können jetzt sagen „ENDE GUT – EM GUT“!

Anbei noch ein paar andere Geschichten über die verrückte Fußball EM

Herrlich verrückte Fußball-EM
Österreich und die Schweiz haben sich alle Mühe gegeben, gute Gastgeber zu sein. Dabei sind in beiden Ländern kuriose Dinge geschehen. Ein Rückblick auf die vergangenen drei Wochen und die schönsten Geschichten, die diese Europameisterschaft abseits der Stadien und Mannschaftsquartiere zu bieten hatte
Sind die drei Wochen wirklich schon vorbei? Seit dem 7. Juni haben 16 Teams um die europäische Fußballkrone gekämpft, mit dem Finale heute endet das Fußballfest in den Alpen. Und nicht nur auf dem Rasen gab es spektakuläre Momente, unfassbare Augenblicke, kaum für möglich gehaltene Aktionen. Europameisterschaft in Österreich und in der Schweiz, das waren auch absurde Begebenheiten und saukomische Erlebnisse abseits der Stadien. Hier lesen Sie, was die EM noch so alles geboten hat.
Wehe, Polizisten kicken
850 deutsche Beamte waren bei der EM in Österreich im Einsatz, meist blieb es ruhig für die Freunde und Helfer aus dem Bundesgebiet. Nur beim Polizeikick ging es rund: Als deutsche und österreichische Beamte im Vorfeld des entscheidenden Vorrundenspiels zwischen den Erzrivalen in Innsbruck gegeneinander antraten, mussten drei Verletzte ins Krankenhaus gebracht werden. Die patriotischen Polizisten fügten sich Prellungen und Muskelfasereinrisse zu. Auf dem Spielfeld gab es weitere acht Sanitätereinsätze und damit bei dem „Freundschaftsspiel“ mehr als in der Innsbrucker Fanzone. Ach ja, das Ergebnis war standesgemäß: Deutschland gewann 5:2.

Küssen verboten!
Für eine besondere Form der Völkerverständigung sorgte ein Internetanbieter. „Das Leben ist ein Spiel“ heißt es auf den Plakaten und Werbanzeigen, auf denen sich ein Mann mit aufgemalter Deutschlandfahne und eine Frau mit Österreichfahne innig küssen. Das rief den Werberat auf den Plan: „Gerade Werbung im öffentlichen Raum hat auch auf die Zielgruppe der Kinder, auf deren Reife und Lebenserfahrung Rücksicht zu nehmen.“ Man befürchtete „ungewollte Nachahmeffekte“. Ach du Deibel, am Ende knutscht noch wer!

Haarband ins Museum
Das Historische Museum Bern denkt vorausschauend. Man dürfe nicht nur rückwirkend sammeln, sondern müsse sich gute Stücke schon jetzt sichern, da sie später nicht mehr zu bekommen seien, sagte eine Sprecherin. Daher habe man großes Interesse an Devotionalien der Schweizer Mannschaft. Etwa an den Krücken von Alex Frei, dem Haarband von Hakan Yakin oder den Handschuhen von Torwart Diego Benaglio. Ob sich aber wirklich jemand an eine Mannschaft erinnern will, die als erste aller Teilnehmer aus dem Turnier flog, sei mal dahingestellt. Peter Alexander statt Fußball Juhu, der Klassiker Deutschland gegen Österreich hat es in die Top zehn der meistgesehenen Fernsehsendungen in der Alpenrepublik geschafft. 2,19 Millionen Menschen sahen zu. Allerdings sagen die neun Sendungen davor eine Menge aus über den Stellenwert des Fußballs in Österreich. Hier die TV-Hits in umgekehrter Reihenfolge: Platz 9: Zwei Münchner in Hamburg (1991) 2,19 Millionen, Platz 8: Tatort (1991) 2,21 Millionen, Platz 7: WM-Abfahrt Herren (2003) 2,22 Millionen, Platz 6: Rudi-Carrell-Show (1991) 2,25 Millionen, Platz 5: Villacher Fasching (1992) 2,32 Millionen, Platz 4: Crocodile Dundee (1991) 2,47 Millionen, Platz 3: Traumschiff (1991) 2,52 Millionen, Thema spezial „Kampusch“ (2006) 2,55 Millionen. Und der absolute Kracher aus dem Jahr 1991: Die Peter-Alexander-Show mit 2,59 Millionen.

I wer‘ narrisch!
Nennt eure Kinder Guus! In der sibirischen Stadt Bolotnoje ist ein neugeborenes Kind nach dem russischen Nationaltrainer Guus Hiddink benannt worden. Die Familie Gorodnikow wollte so Russlands Einzug ins EM-Halbfinale verewigen. Nun heißt der Bengel also Guus Jewgenjewitsch Gorodnikow. Mal schauen, ob deutsche Familien da nachziehen und die Kindergärten dieser Republik bald von kleinen Jogis besucht werden.

Glühwein gefällig?
Was hatten sie in Klagenfurt eine Panik vor dem Ansturm aus Deutschland, Polen, Kroatien. Doch der kleinste EM-Spielort (90 000 Einwohner) hätte sich die Sorgen sparen können. Bei der Partie Frankreich gegen Rumänien waren gerade 88 Zuschauer in der Fanmeile – EM-Minusrekord. Im Fancamp, das für 1500 Besucher ausgelegt war, verloren sich 50 Gäste, die Organisatoren drohten auf 1600 Grillhähnchen sitzen zu bleiben, also wurden Rentner und sozial Schwache eingeladen. Gekommen ist kaum jemand. Und dann war es noch so lausig kalt, dass die Heizstrahler vom Weihnachtsmarkt aufgebaut wurden und die Wirte Glühwein ausschenkten.

Uefa im Regulierungswahn
Selten hat eine Organisation ihre finanziellen Interessen derart vehement durchgesetzt wie die Uefa bei diesem Turnier. Ihre Helfer zogen große Zäune um Kneipen, die nicht das offizielle Bier verkaufen wollten. Ein Mercedes-Händler am Baseler Stadion wurde gezwungen, Schriftzug und Schauraum während der EM zu verhängen. In den Medienzentren durfte nur das offizielle Uefa-Signal gezeigt werden, ein Umschalten auf ARD und ZDF war verboten. Grund: Da liefen auch Werbespots von Firmen, die nicht EM-Sponsor sind. Und da unter den Geldgebern kein Teeproduzent war, wurden Teebeutel im Bereich der Stadien wie Schmuggelware unter der Theke gehandelt.

Türkische Hacker
Vor dem Viertelfinale Kroatien gegen die Türkei wurde die Internetseite des kroatischen Außenministeriums geknackt. Die Hacker hatten es aber nicht auf brisante Informationen aus der Behörde abgesehen, sondern wollten nur demonstrieren, zu welcher Mannschaft sie halten. Statt des Begrüßungstextes prangte auf der Startseite eine türkische Flagge. Erst nach Stunden wurde die Seite vom Netz genommen. Wenig später flog auch die eigene Mannschaft aus der EM – Kroatien unterlag der Türkei im Elfmeterschießen.

Verlierer trösten
Die deutsche Reiseplattform Lastminute.de hat nach dem EM-Aus der Österreicher gegen Deutschland eine Sonderaktion gestartet. Unter dem Motto „Österreicher trösten“ werden zehn Prozent Rabatt auf alle Reisen zu den südlichen Nachbarn versprochen. Die Schadenfreude ist unverkennbar: Der Tarif „Wir haben gegen Österreich gewonnen“ wird mit dem Spruch beworben: „Genießen Sie die Gesichter der Verlierer“.

Dumm, dümmer …
Der Innovationspreis der EM 2008 gebührt einem Sportreporter aus München. Der 27-Jährige hatte sich für seinen Flug von Verona aus verspätet, und um den Start aufzuhalten, rief er bei der Polizei an und behauptete, in der Maschine der Air Dolomiti nach Wien sei eine Bombe. Der Flughafen wurde zwei Stunden geschlossen, andere Flüge wurden umgeleitet. Fünf Minuten vor dem Abflug war der kreative Kopf aus München am Schalter und sagte, er habe gehört, der Flug sei verspätet. Dumm nur, dass das offiziell noch gar nicht bekannt war. Er verstrickte sich in Widersprüche und hätte besser bei seinem anonymen Drohanruf die Handynummer unterdrückt – so wurde er entlarvt und festgenommen.

Zu viele Petro-Dollars
Dass einige Russen nicht wissen, was sie mit ihrem vielen Geld anstellen sollen, scheint mehr als ein Gerücht zu sein. So mietete der Energie-Riese Gazprom im österreichischen Seefeld ein komplettes Viersternehotel für 14 Tage an. Übernachtet haben die Männer vom Konzern dann genau einmal dort, für die restliche Zeit stand das Haus leer. In Innsbruck war ein Kontrolleur der öffentlichen Verkehrsbetriebe sprachlos, als er einen russischen Fahrgast ohne gültigen Fahrschein antraf. Der Ertappte rechtfertigte sich wie folgt: „Ein Russe kauft kein Ticket. Ein Russe kauft den Bus.“ Er zahlte dann brav seine Buße von 55 Euro. Ob er noch standesgemäß 45 Euro Trinkgeld drauflegte, ist unbekannt.

Falsche Hymne und Flagge
Ungewohnte Probleme gab es bei Fernsehsendern mit den deutschen Symbolen Flagge und Hymne. So blendeten die ARD-„Tagesthemen“ vor dem Spiel der Deutschen gegen die Türkei eine Fahne ein, die nicht schwarz-rot-gold, sondern rot-schwarz-gold war. Der Grafiker hatte sich vertan, der Nachrichtenchef entschuldigte sich für die „inakzeptable Panne“. Noch schlimmer griffen die Schweizer Kollegen von SRG daneben. Während die deutsche Nationalhymne vor dem Spiel gegen Österreich lief, blendete der Teletext als Untertitel für die Gehörlosen die erste Strophe des „Deutschlandliedes“ ein. Für die Panne seien zwei junge Redakteurinnen verantwortlich gewesen, erklärte der für die Untertitel verantwortliche Koordinator der SRG-Tochter Swiss Text.

Stürmender Romeo
Zwei Wochen lang beschäftigte das Missen-Duell um Ösi-Bomber Roland Linz die Medien beim EM-Gastgeber. Der 26 Jahre alte Torjäger mit der Zahnspange ließ sich im Mannschaftshotel von der hübschen Ex-Miss-Kärnten Vanessa Fertschnig besuchen. Da hatte er gerade das Ende seiner Beziehung zu Schwimmstar Fabienne Dadarajah hinter sich und dann heftig mit Miss Styria Brenda Kuttnig geflirtet, die ihn noch während der EM verfolgte. „Bumsfidel“ nannte die Schweizer Zeitung „Blick“ den Stürmer mit Ladehemmung. Brenda plapperte aus, sie habe noch seine Liebes-SMS und da sei richtig Liebe im Spiel, die Neue wollte komischerweise nichts dazu sagen. Und Linz? Spielte schwach, am Ende gar nicht mehr und fuhr nach dem Aus nach Italien. Übrigens mit Vanessa.

Vergebliche Liebesmüh
Der kroatische Verband (HNS) und das Konsulat zogen vor dem Vorrundenspiel den Unmut der Fans auf sich. Weil sie die Nachricht verbreiteten, es würden in einem Container in der Nähe des Wiener Volkstheaters noch 6000 Viertelfinal-Tickets ohne Vorbestellung verkauft, übernachteten viele Anhänger gleich neben der unverhofften Kartenquelle. Diese öffnete ihre Fenster aber nie. Es handelte sich um ein Gerücht, das dazu von kroatischen Medien verbreitet worden war. „Der HNS hat die Karten sicher selber eingestrichen und verkauft sie jetzt überteuert auf dem Schwarzmarkt“, sagte ein empörter Fan.

Schönheits-OPs boomen
Was machen wohl die Frauen in Österreich, wenn die Männer vor dem Fernseher sitzen? Sie lassen sich operieren. Normalerweise werden in der Schwarzl-Tagesklinik in Österreich 30 Schönheitsoperationen durchgeführt, während der EM waren es plötzlich 47. Die Favoriten: Fett absaugen und Brüste vergrößern. Die Klinik teilte mit, dass 23 der Frauen sich ganz bewusst die EM für den Eingriff ausgesucht hätten. Einige der Begründungen: „Mein Mann hat sich gerade einen neuen Fernseher geleistet – und mir die OP geschenkt.“ Oder: „Da habe ich Ruhe vor dem EM-Hype.“ Oder auch: „Da geh ich meinem Mann am wenigsten ab.“
(Quelle: 30.06.2008 Welt.de von Michael Witt und Sven Flohr  http://www.welt.de/wams_print/article2158130/Herrlich_verrueckte_Fussball-EM.html)

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Thomas Kestenholz sagt:

    Liebe Blog-Leser, in der Schweiz gibt es eine Firma (www.hotelpartner.ch), welche das gesamte Yield Management für Hotels übernimmt. Bei deren Produkt wird die Hotelsoftware wie Fidelio oder Protel an deren Software angeschlossen, damit Hotelpartner jeweils die aktuellen Verfügbarkeiten hat. Dann wird anhand von mir unbekannten Faktoren wie Preise der Mitbewerber etc. Preisentscheidungen gemacht und diese werden jeweils durch Hotelpartner auf die wichtigsten Online Buchungsplattformen wie HRS.de, booking.com, hotel.de, expedia.com, Reisebüros (GDS) etc. gesendet.

    Das Hotel muss sich um nichts mehr kümmern und sieht ständig auf einer Rezeptionsmaske die von Hotelpartner eingegebenen Preise.

    Ich selber arbeite im Hotel Olympia, welches selber Kunde von Hotelpartner ist und wir haben unsere Umsätze massiv durch deren Hilfe steigern können. Im ersten Jahr der Zusammenarbeit konnten wir den Gesamtumsatz des Hotels (25 Zimmer) um 123 Prozent steigern!!!. Mann muss natürlich miteinbeziehen dass das Jahr 2008 aber eh ein erfolgreiches Jahr für die Hotellerie war. Auch die Fussball EM war in der Schweiz. Da aber der sehr gute Service nur auf erfolgsbasis basiert, lohnt sich es für ein Hotel, sich mal darüber Gedanken zu machen, das Yield Management einer externen Firma abzugeben!

    Also liebe Grüsse
    Thomas Kestenholz

    1. Hotzenplot sagt:

      Mein Lieber Thomas Kestenholz
      Man merkt dass du verrückt nach hotelpartner.ch bist. 123% Steigerung ist wirklich, wirklich eine ganze Menge. Leider muss ich sagen, dass ich kein Wort glaube. Ich kenne das System selbst und entweder dein Hotel war bei keine Buchungsplattform dabei oder du arbeitest für hotelpartner.ch
      Liebe Grüsse

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