Tripwolf: Reiseführer 2.0 aus Österreich


Die Reiseplattform Tripwolf basiert auf einer österreichischen Idee und ist laut ihren Betreibern ein „Mix aus ‚Lonely Planet‘ und Facebook“: Reiseführer-Content trifft auf Empfehlungen der Community, der Nutzer kann sich daraus einen personalisierten Guide zusammenstellen.  
  Wer heute eine Reise plant, kommt dabei um das Internet nicht mehr herum: Ob Hotelvergleich, Flugbuchung und Routenplanung – das Web bietet unzählige Möglichkeiten. Nicht immer ist es dabei leicht, den Überblick über die einzelnen Informationen zu behalten. Von der stundenlangen Suche bleiben im Endeffekt oft nur wenige verwertbare Informationen übrig.

Mit der Website tripwolf.at geht am Dienstag ein in Österreich entwickleter „Reiseführer der nächsten Generation“ online, und die Features des Portals überzeugen im Test durchaus: Der Investor und Reisebuchverlag MairDumont [Marco Polo, DuMont, Falk] stellt seinen gesamten Content zur Verfügung, diese Inhalte werden um Reisetipps und Fotos anderer User sowie ein soziales Netzwerk ergänzt. In einer nächsten Ausbaustufe sollen auch Hotel- und Flugbuchungen ermöglicht werden, dazu sollen externe Engines integriert werden.

4.000 Nutzer im privaten Betatest
„Eigentlich ist es ein Mix aus Facebook und Lonely Planet“, erklärt Mitgründer Sebastian Heinzel im Gespräch mit ORF.at. Die Idee zur Plattform hätten er und sein Geschäftspartner Alexander Trieb bereits vor mehreren Jahren gehabt. Von der tatsächlichen Konzeption bis zum Launch sei nun ein Jahr vergangen. Die Tripwolf GesmbH mit Sitz in Wien beschäftigt derzeit zehn Personen, darunter einige Programmierer in Budapest und ein Content-Team in New York.

Seit etwa acht Wochen läuft Tripwolf nun in der Private Beta, rund 4.000 Nutzer haben sich seither laut den Betreibern registriert – weitaus mehr als man sich erhofft hatte.  
  Web als Entscheidungshilfe
Das Internet beeinflusst Konsumenten einer Umfrage zufolge viel stärker als Fernsehen und Radio. Vor allem was Reisen, Hightech-Geräte sowie Bücher und CDs angehe, wirke sich das Internet auf die Entscheidung der Käufer aus, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten US-Umfrage.
Internet einflussreicher als Fernsehen
  Persönlichen Guide zusammenstellen
Nutzer können sich auf Tripwolf ihren persönlichen Reiseführer zusammenstellen: Im „Guide“-Bereich finden sich zum Start Informationen zu rund 200.000 Destinationen, geografische Daten liefert dazu Google Maps, Fotoeindrücke werden über eine Kooperation mit Lomo [der aus der Hüfte knipsenden Kameragemeinde] bereitgestellt. Nach einer kurzen Einleitung zur gewählten Destination folgt ein Ranking der Tophighlights, gefolgt von Ergebnissen zu Kultur, Erholung, Sport, Nachtleben, Essen, Unterkunft und Shopping.

Einzelergebnisse, die dem Nutzer zusagen, können per „drag & drop“ auf einen Notizblock gezogen werden, ist das Reiseprogramm zusammengestellt, wird auf Knopfdruck eine pdf-Datei mit den Reiseinfos generiert und ausgedruckt – der personalisierte Reiseführer ist fertig.

Vernetzung mit anderen Reisenden
Über die sozialen Funktionen [und die Vernetzung mit Facebook] können sich die User ein Netzwerk mit anderen Reisebegeisterten aufbauen und das Angebot mit eigenen Tipps und Empfehlungen erweitern. Die persönlichen Eindrücke können zudem in Fotogalerien und Reisetagebüchern mit der restlichen Tripwolf-Gemeinde geteilt werden. Die Tripwolf-Redaktion überprüft die von Nutzern eingereichten Daten, bevor sie für alle freigeschaltet werden.

Über „Trip-Gurus“-Nutzer, die freiwillig die Patenschaft für ein Land oder einen Ort übernehmen, soll weiters ein Expertennetzwerk aufgebaut werden, an das man sich bei Fragen zu einzelnen Destinationen wenden kann. „Wir haben schon Trip-Gurus bis nach Zentralusbekistan“, so Heinzel gegenüber ORF.at.  
  Tripwolf.at überzeugt im Test mit guten Ergebnissen, Übersichtlichkeit und sympathischem Design – auch wenn das Tripwolf-Logo sehr an den Mozilla-Browser Firefox erinnert.
Tripwolf.at
  Einnahmen über Werbung und Buchungen
„Wir starten von vornherein international auf Deutsch und Englisch“, zeigen sich die Tripwolf-Betreiber motiviert und wollen nach .at, .de und .ch in Kürze auch mit .com online gehen.

„Für nichts geben Leute online so viel Geld aus wie für Reisen“, so Heinzel überzeugt, „und der Markt wächst immer noch rasant.“ In den USA wurden 2007 erstmals sogar mehr Reisen online als offline gebucht. In Europa sei der Online-Reisemarkt im vergangenen Jahr rund 50 Mrd. Euro schwer gewesen.

Mit Investitionen von MairDumont und der heimischen i5invest, laut den Tripwolf-Gründern in der Größenordnung von „mehreren Hundertttausend Euro“, sei das Überleben für 2008 auf jeden Fall gesichert. Weitere Einnahmen sollen neben Werbeschaltungen [MayrDumont Media verkauft Werbungen für Tripwolf in Europa, TravelAd Network in den USA] auch durch Buchungskommissionen generiert werden, sobald die Buchungs-Engines eingabaut wurden.

Bis 2012: 5,5 Mio. Visits im Monat
Bis 2010 soll das Tripwolf-Netzwerk 5,5 Millionen Visits im Monat erreichen, eine Prognose zu den User-Registrierungen wollten die Betreiber jedoch nicht angeben. Helfen sollen dabei Traffic-Partnerschaften etwa mit Wetter- und Währungswebsites. Zudem will sich Tripwolf verstärkt an Expat-Communitys, Mitarbeiter von NGO’s und Universitäten wenden, um die Nutzung anzutreiben.

Gearbeitet werde derzeit auch an einer iPhone-Version von tripwolf: „Wir wollen nicht nur eine optimierte Website bereitstellen, sondern alle Reiseinfos zum Mitnehmen“, erklärt Heinzel.  
  Austro-Inkubator für Internet-Start-ups
  Individualprogramm statt Pauschalreise
Tripwolf unterscheidet sich im Vergleich zu eingefleischten Plattformen wie etwa Expedia zum einen durch die soziale Komponente. Zum anderen steht hier nicht die Buchung im Vordergrund, sondern der stetig wachsende Infopool, auf den übrigens auch nicht-registrierte Nutzer zugreifen können.

Nutzer-Feedbacks und pdf-Reiseführer gibt es etwa auch auf der internationalen Tripadvisor-Plattform, wo allerdings keine Personalisierungsmöglichkeiten angeboten werden.

Alles in allem dürfte Tripwolf vor allem den Nerv einer Generation treffen, die auf individuelle Trips statt auf Pauschalreisen setzt und dabei stets vernetzt bleiben will.

(Quelle:futurezone.orf.at/produkte/stories/285967/)

Ein Gedanke zu „Tripwolf: Reiseführer 2.0 aus Österreich

  1. ist schon ganz nett der Tripwolf. Am besten gefallen mir die PDF’s – nur wenn wenig Content auf der Seite ist dann bekomme ich ein PDF über 3 Zeilen aber 2-3 Blätter (auf den restlichen Blättern ist dan Werbung). Sonst wurde das Rat aber auch nicht neu erfunden…

    Aber abwarten, ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Bin auch schon Tripguru in einigen Destiantionen

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