Die sieben skurrilsten Hotels der Welt


1. Eishotel in Kemi, Finnland

Im Lumilinna Snow Castle kann man jährlich von Januar bis April einchecken. Die zwanzig Doppelzimmer, drei Gruppenräume und eine Hochzeitssuite bieten mehr Platz als man von außen vermuten würde und sind konstant auf lauschige minus 5 Grad Celsius heruntergekühlt. Den Besucher sollte das, in einem warmen Schlafsack auf Rentierfell gebettet, allerdings weniger stören. Im Gegenteil, schon beim Betreten des Hotels kommen einem die Räumlichkeiten im Vergleich zu den minus 30 Grad Celsius Außentemperatur regelrecht warm vor.

Nach einer gemütlichen arktischen Nacht in der Nähe des Polarkreises beendet man seinen Aufenthalt im Eishotel am besten in der hoteleigenen Sauna und mit einem ausgiebigen Frühstück im Empfangshaus. Weniger abgeschirmt sind die Gäste im angrenzenden Eisrestaurant, welches dennoch absolutes Muss ist sollte man einmal da sein. Typisch Finnisch isst man schließlich auch nicht alle Tage, oder wann gab es das letzte Mal Rentierbraten in Puolukka-Sauce daheim? Ebenfalls zum Pflichtprogramm sollten die Eiskapelle und das Eismuseum gehören, in dem bezaubernde Eisskulpturen zu bewundern sind.

2. Dog Bark Park in Cottonwood, USA

Toby und Sweet Willy, die zwei größten Spürhunde der Welt, sind Kreationen des Künstlerpaars Dennis Sullivan und Frances Conklin. Ihre Idee war es, einen Rastplatz für Reisende die mit dem Auto unterwegs sind zu schaffen.

Natürlich kann man im Dog Bark Park auch einfach nur halten, um etwas zu sich zu nehmen. Mehr Spaß macht jedoch eine Übernachtung in der geräumigen Hundeschnauze. Zu viert kann man bequem in dem Bed & Breakfast-Gästehaus übernachten. Neben zwei Doppelbetten findet man auch reichlich Ausstattung vor – in Bad und Küche.

Zu zweit zahlt man 67 Euro für die Nacht, inklusive Frühstück, jede weitere Person bedeutet einen Zuschlag von sechs Euro.

Die Gäste der letzten Saison kamen aus Deutschland, Großbritannien, Kanada, Costa Rica und den USA, um hier Geburtstage zu feiern, Familientreffen zu arrangieren, ihre Flitterwochen zu verbringen oder einfach nur einmal „in einem Hund genächtigt“ zu haben.

3. Hafenkran in Harlingen, Niederlande

Zugegeben, etwas schwindelfrei muss man schon sein, um 17 Meter über dem Kai ruhig schlafen zu können. Entscheidet man sich für diese Erfahrung, wird man zunächst mit einem Aufzug in den Maschinenraum gebracht: 60 Kubikmeter bedurften hier einer gut durchdachten Raumplanung. Ein extra entworfenes Bett, Sitzkomfort von Charles Eames und eine Dusche vervollständigen das Ganze. Das Licht und die audiovisuelle Elektronik werden über Touchscreens bedient.

Der Clou: über eine Treppe gelangt man zur Kabine mit dem Steuerknüppel. 65.000 Kilo Stahl drehen sich auf Ihr Kommando. Die 360 Grad-Aussicht bietet einen wunderbaren Blick auf das Harlinger Panorama, die Watteninseln und Schiffe in der Ferne.

Vor seiner neuen Bestimmung war der Hotelkran ursprünglich Ladekran aus dem Jahr 1967. Bis 1996 wurde er zum Entladen von Holzfrachten aus Skandinavien und Russland eingesetzt. 2001 ging der Kran an seinen heutigen Besitzer, der ihn zwei Jahr so umbauen ließ, dass nicht nur die Arbeit, sondern auch das Schlafen darin Spaß bereiten.

4. Ehemaliges Gefängnis in Ljubljana, Slowenien

Das 1882 errichtete Gebäude diente viele Jahre als militärisches Gefängnis, bevor es 1993 durch die künstlerische Neugestaltung zum heutigen Hostel Celica wurde. Zehn Jahre dauerten die Renovierungsarbeiten an, 80 Künstler aus der ganzen Welt leisteten dabei tatkräftig Unterstützung. Seit Mitte 2003 ist die einzigartige Jugendherberge mit ihren 20 künstlerisch unterschiedlich gestalteten früheren Zellen für ihre Gäste zugänglich. Verbringen Sie doch einfach mal eine Nacht hinter Gittern in einer der 2-, 4- oder Mehrbett-„Zellen“.

Im Zentrum Ljubljanas, 5 Gehminuten vom Hauptbahnhof und 10 Minuten von der Altstadt entfernt, lässt sich so kostengünstig zwischen 16 und 24 Euro pro Person nächtigen. Auf der Homepage des Hostels bestätigt sich schnell, dass man hier nichts zu befürchten hat. Die Grundzüge der Zellen sind zwar nach wie erkennbar, aber um die Innenausstattung wird man sicherlich von dem einen oder anderen echten Häftling beneidet. Alle Räumlichkeiten werden vom Licht durchflutete und wirken schon durch die helle Ausstattung freundlich.

Neben einem großen Gemeinschaftsraum steht den Gästen des Hostels auch eine Küche zur Verfügung, in der man sein eigenes Essen zubereiten kann. Ein Waschraum und ein eigens umgestalteter Gebetsraum runden den Service ebenso ab wie die 24-Stunden-Rezeption, die behindertengerechte Einrichtung und ein Internetzugang. Fast 15.000 Gäste allein im vergangenen Jahr sprechen eine deutliche Sprache.

5. Baumhaus in Västerås, Schweden

Västerås in Schweden könnte man als Synonym für funktionelle Kunst bezeichnen, Kunst von Mikael Genberg. Sein erstes Projekt war das Hottel Hackspett (deutsch: Hotel Specht), ein Baumhaus in einer der größten Eichen des Vasaparks, in dem man 13 Meter über dem Erdboden in luftiger Höhe umgeben von Grün übernachten kann. Die 12,5 Quadratmeter sind eigentlich für eine Person konzipiert, könnten aber auch zwei Leute tragen, vorausgesetzt sie verstehen sich mehr als nur gut. Ausgestattet ist das Baumhaus mit Balkon, Küche, Toilette, massig Literatur und Ferngläsern, um den Besuchern auch einen Blick auf die nahe Stadt zu ermöglichen.

Der Erfolg des Baumhaus-Hotels gab Mikael Genberg Motivation für weitere Projekte. So findet man in Västerås auch das Utter Inn, ein Unterwasserhotel in einem See namens Mälar. Von der Überwasser-Terasse gelangt man direkt nach unten in den Wohnraum, der Platz für Zwei bietet. Wie in einem Aquarium wird man hier allerdings von den Fischen beäugt.

Der Vollständigkeit halber sollen hier noch die zwei anderen Projekte des Künstlers erwähnt sein: das Café Koala, konzipiert für acht Leute, die über eine Leiter zu ihren Tischen und Stühlen gelangen, sowie eine Toilette, genannt Klosett Kameleont. Diese WC-Variante ist außen verspiegelt, so dass Wartende sich selbst und ihre Umgebung darin betrachten können. Der Glückliche im Inneren hingegen kann durch die Scheiben der Toilette hindurchblicken und ebenfalls sehen, was um ihn herum geschieht.

6. Segelschulschiff in Stockholm, Schweden

Die schwedische Jugendherberge Af Chapman & Skeppsholmen besteht aus einem festen Gebäude und, weitaus interessanter, einem Schiff, der Af Chapman. Seit 1949 ist das Schiff Teil der Jugendherberge und mit 2-, 3- und Mehrbettzimmern ausgestattet. Ab 17 Euro aufwärts kann man im Stockholmer Hafen direkt gegenüber der schönen Altstadt kostengünstig übernachten.

Als Bonus kann man ein Stück Geschichte miterleben. Das in England gebaute Schiff ging 1888 auf Jungfernfahrt an die amerikanische Westküste. Bis 1908 fuhr sie regelmäßig nach Australien, bevor sie erst nach Norwegen und schließlich nach Schweden verkauft wurde. Als Segelschulschiff umgebaut befuhr die Af Chapman bis 1934 wieder ihre alte Route nach Australien, verbrachte den Krieg vertäut im Stockholmer Hafen, wo sie der Marine als schwimmende Baracke diente. Nach dem Krieg kaufte die Stadt das Schiff und ließ es zur heutigen Jugendherberge umfunktionieren.

7. Bewohnbares Kunstwerk in Berlin, Deutschland

Die Propeller Island City Lodge ist eher ein bewohnbares Kunstwerk als ein Hotel, entworfen vom Berliner Künstler Lars Stroschen. Das Objekt ist tatsächlich so außergewöhnlich, dass jedem Gast eine Bedienungsanleitung für sein Zimmer mit auf den Weg gegeben wird. So kann es vorkommen, dass das gebuchte Zimmer einen schiefen Boden hat, das Bett an Seilen hängt, alle Wände kaleidoskopartig verspiegelt sind, die Möbel von der Decke hängen oder die Liegefläche durch Pedalantrieb bewegt werden kann.

Je spezieller das Zimmer, desto teurer die Übernachtung. Daher lässt sich in der Propeller Island City Lodge zwischen 69 und 190 Euro pro Person pro Nacht übernachten. Jede weitere Person in einem Zimmer kostet 15 Euro, Frühstück muss extra gezahlt werden. Ist man unzufrieden mit der Atmosphäre des gebuchten Raumes, verspricht der Künstler, dass diese zum eigenen Wohlbefinden mittels einer Audioanlage durch speziell für die City Lodge komponierte Klangskulpturen, Musik und Geräusche verändert werden kann.

Quelle: 13.07.2008
http://magazine.web.de/de/themen/reise/staedte/3433534.html

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