Finanzkrise: Negative Auswirkung auf Austro-Tourismus


Die Finanzmarktkrise wird sich ungünstig auf Geschäftsreisen, Kongresse und Urlaubsreisen auswirken. Die kommende Wintersaison dürfte aber wohl noch verschont bleiben.

Wien – Die Tourismusbranche blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Da sich die momentane Finanzmarktkrise in vielen Bereichen zu einer Wirtschaftskrise entwickele, werde das mittelfristig auch negative Auswirkungen auf den heimischen Tourismus haben, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Rudolf Kaske, am Mittwoch vor Journalisten. Auch wenn Kaske nicht „den Teufel an die Wand malen“ wolle, werde sich die Krise ungünstig auf Geschäftsreisen, Kongresse, aber auch auf Urlaubsreisen auswirken, sagte er.


Tausende Jobs in der Tourismusbranche sind durch die Finanzmarktkrise bedroht. Bild:APA“Wenn die Menschen unsicher sind, machen sie lieber Urlaub auf Balkonien“, so Kaske. Dabei wird im Bericht zur Lage der Tourismus- und Freizeitwirtschaft noch eine Steigerung der Tourismus-Umsätze von 7 Prozent prognostiziert. Die realen Umsatzsteigerungen lagen in der Sommersaison (Mai bis August) bei 6,6 Prozent. Auf die kommende Wintersaison werde die Finanzmarktkrise keine „dramatischen Auswirkungen“ haben, zeigte sich Kaske zuversichtlich.

Zuletzt hat der Geschäftsführer der Buchungsplattform Amadeus Austria, Wilfried Kropp, einen Buchungsrückgang zwischen 4 und 5 Prozent prognostiziert. Der Obmann des Fachverbandes der Reisebüros, Edward Gordon, hingegen erwartete keinen Reiserückgang, sondern das Umsteigen auf billigere Alternativen. Gordon kann sich nicht vorstellen, dass Personen, die bisher auf Urlaub gefahren sind, wegen höherer Preise und der Finanzkrise nicht mehr verreisen.

Laut Kaske ist es nötig, möglichst schnell Vorsorge zu treffen. Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) will die Gewerkschaft die Situation analysieren und Maßnahmen beim nächsten „Tourismus-Arbeitsmarktgipfel“ im November diskutieren, sagte der vida-Chef. Es gebe dafür eine „bunte Palette von Maßnahmen“, konkreter wollte Kaske nicht werden.

Als „kontraproduktiv“ bezeichnete Kaske die völlige Öffnung der Tourismusbranche für ausländische Arbeitskräfte, die von der Sparte Tourismus in der WKÖ und der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) gefordert wird. „In Zeiten sich verlangsamender Konjunktur und höherer Arbeitslosigkeit lösen wir durch die Hereinnahme weiterer ausländischer Arbeitnehmer keine Probleme, sondern schaffen neue“, sagte Kaske. Ziel sei es, dafür zu sorgen, dass die in- und ausländischen Arbeitnehmer, die bereits am heimischen Arbeitsmarkt tätig sind, auch künftig „halbwegs“ sichere Arbeitsplätze haben. (APA)

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