Teurer Zimmerpreis – na und


Was die spektakulärsten Hotels ihren Gästen bieten schreibt Heinz Horrmann auf Welt.de.
Ich will die allgemeine Akzeptanz und die Notwendigkeit von Hotels, die sich allein über den günstigen Preis definieren, nicht abwerten und nicht infrage stellen, aber es ist nun einmal erwiesen, dass die glamourösen (leider auch teuren) Luxushotels neben dem praktischen Wert gleichzeitig auch unterhaltsame Bühne sind und damit einen weit stärkeren Reiz ausstrahlen. Die teuersten Suiten interessieren auch die Gäste, die selber in „Normalzimmern“ zu nächtigen pflegen. Die Paradeunterkünfte bieten damit zumindest Ambiente und Betten zum Träumen.

Das wurde mir wieder einmal vor Augen geführt, als ich mir die aufgefrischte Präsidentensuite des „Adlon“ anschaute. Das ist gewiss nicht die teuerste, aber doch eine der teuersten Suiten in der internationalen Hotellerie. Wer die sogenannte Sicherheitssuite mit Nebenraum bucht, um sich auf mehr als 250 Quadratmeter auszubreiten, muss dafür 20 000 Euro die Nacht begleichen. Viel Geld, aber nahezu doppelt so teuer ist die Penthouse-Suite des Hotels „Martinez“ in Cannes, die größte und spektakulärste Hotelsuite Europas. Im Interieur setzen Art-déco-Elemente die Akzente, die an die „Roaring Twenties“ an der Croisette erinnern sollen. Vier Schlafzimmer, ebenso viele Bäder mit teuerstem Marmor, Dampfbad, Sauna, zwei Wohnsalons und Speisezimmer für zehn Personen setzen die Maßstäbe. Mit mehr als 1000 Quadratmeter protzt die riesige Terrassenfläche, von der man einen Panoramablick auf die Cote d’Azur hat.

Kaum weniger, nämlich 35 000 Dollar pro Nacht bucht der Kassierer der „Sky Villa“ im Palms Resort in Las Vegas ab. Das Domizil, das „Playboy“-Chef Hugh Hefner erbauen ließ, garantiert freilich keine Bunnys für Service und Unterhaltung. Dafür muss der Gast schon selber sorgen.

Von der Liste der teuersten Schlafzimmer mit Wohnumgebung finde ich besonders außergewöhnlich die Strandsuite im ehemaligen Donald Trump Club in Palm Beach. Das „Maison de l’Amitie“ liegt direkt am Meer und ist mit reichlich Gold, Marmor und technischem Schnickschnack geschmückt. Trump hatte das Domizil für 41 Millionen Dollar gekauft und jetzt für 100 Millionen Dollar an den russischen Milliardär Dimitrij Rjbolowlew verkauft. Bei Trump kostete die größte Strandsuite mit 260 Quadratmetern 16 000 Dollar die Nacht.

Noch ein Ausflug in die Traumwelt der an sich „unbezahlbaren“ Suiten. Mit dem Panoramalift rauschen die Gäste im „Burj al Arab“ in Dubai in die aufwendigste der 202 Suiten. Das Domizil, fast so groß wie ein halber Fußballplatz, kostet 17 600 Euro die Nacht. Ein Genuss für Hightech-Freaks ist die Technik, wenn sie denn funktioniert. Eine Fernbedienung managt fast jede elektronische Spielerei. Doch keiner scheint den ganzen Aufwand unter Kontrolle zu bringen. Der automatische Türöffner regelte plötzlich die Lautstärke für das Fernsehen. Butler und technischer Hilfsdienst sind ständig zu Gast.
Quelle: Von Heinz Horrmann 8. November 2008, 01:34 Uhr
http://www.welt.de/welt_print/article2692077/Suite-Dreams.html

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s