Reisen werden kürzer und billiger


Reisen werden kürzer und billiger Österreich fällt in der Gunst der Deutschen erstmals hinter die Türkei zurück.
Die schlechten Wirtschaftsprognosen dämpfen die Reiselust der Österreicher. Der Anteil jener, die heuer auf „Balkonien“ urlauben ist so groß wie nie zuvor. Laut dem Institut für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT) will jeder dritte Österreicher 2009 im Urlaub „sicher zu Hause bleiben“. Die, die nicht völlig auf ihren Urlaub verzichten wollen, „erkaufen“ sich die Urlaubsfreuden durch kürzere und billigere Reisen. „Es wird nicht nur grundsätzlich am, sondern vor allem auch im Urlaub gespart werden“, erklärt IFT-Leiter Peter Zellmann am Montag anlässlich der Präsentation der „Österreichischen Tourismusanalyse 2009“. Zahl der Urlaube erstmals rückläufig Erstmals seit vielen Jahren ist die Zahl der Urlaube rückläufig. 2008 blieb fast die Hälfte der Österreicher zu Hause (46 Prozent) – noch im Jahr zuvor betrug der Anteil der Nichtreisenden 40 Prozent. Gespart wird besonders bei den Segmenten „14-Tage-Urlaube“ und Kurzreisen. Die durchschnittliche Urlaubsdauer sank bereits 2008 auf elf Tage und dürfte in diesem Jahr noch weiter zurückgehen. Zweitreisen werden gestrichen Den Luxus einer Zweit- oder Drittreise kann sich sowieso nur mehr eine Minderheit leisten. Waren es 2007 noch 16 Prozent, leisteten sich im vergangenen Jahr nur mehr 14 Prozent der Bevölkerung zwei Wochen Sommerurlaub und eine Woche Skifahren. Für Panik besteht laut IFT aber kein Anlass: „Wir nähern uns nur wieder langsam dem Durchschnitt“, erklärt Zellmann. In den letzten Jahren verzeichnete die Tourismusbranche hohe Wachstumszahlen, die sich langsam wieder einpendeln. Zeit für Innovationen Das Sparverhalten der Österreicher kann aber auch eine Chance für den Inlandtourismus sein. Laut dem IFT planen 21 Prozent der Österreicher heuer konkret einen Urlaub im eigenen Land. Allerdings dürfte das gleichzeitige Sparverhalten der Deutschen die Bilanzen der Tourismusbetriebe etwas eintrüben. Doch die neuen Gäste bedeuten auch ein Umdenken. Denn die Formel „Kurz. Nah. Spontan.“ hat auch ihre Schattenseiten. Die Urlauber sind schnell da, aber auch schnell wieder weg. Das verlangt von den Betrieben steigende Flexibilität bei Betten- und Personalmanagement, weiß Zellmann. Die Finanzkrise ist für das IFT durchaus auch eine „Zeit für Investitionen und Veränderungen“. Türkei überholt Österreich Und diese Investitionen sind vor allem notwendig, um bei der größten Urlaubergruppe, den Deutschen, nicht weiter an Boden zu verlieren. Denn was sich in den letzten Jahren schon abgezeichnet hat, wurde 2008 Realität. Bei den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen überholte die Türkei Österreich erstmals deutlich. Vor zehn Jahren verbrachten noch doppelt so viele Deutsche ihren Urlaub in Österreich als in der Türkei. Heute ist es fast umgekehrt. 6,3 Prozent der Deutsche bevorzugen den sonnigen Süden, nur mehr 4,9 Prozent setzen auf österreichische Gemütlichkeit. Sonnengarantie ist bei unseren Nachbarn mittlerweile zum Synonym für einen gelungenen Urlaub geworden. Deshalb dominieren auch mediterrane Sommerziele wie Spanien, Italien und eben die Türkei. Deutsche Urlauber verunsichert Aber auch an unseren Nachbarn geht die Finanzkrise nicht spurlos vorüber. Auch hier herrscht touristische Verunsicherung. Die Gruppe der zur Reise „Unentschlossenen“ ist mit 34,8 Prozent so groß wie nie zuvor, geht aus dem 25. Deutschen Tourismusanalyse der BAT Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg hervor. Und gerade hier kann Österreich versuchen zu punkten. „Urlaubsreisen finden auch zu Krisenzeiten statt“, konstatiert Zellmann. Dass die Branche einen Rückgang noch vor sich hat, und dass das Ausmaß niemand wirklich vorausberechnen kann, darüber sind sich die Experten einig. „Aber Österreich kann als Gastgeberland durchaus als zumindest teilweiser Gewinner aus der – an sich nicht wegzudiskutierenden – Krise hervorgehen“, glaubt Zellmann.
Quelle: ORF.at Datum 24.02.2009 / http://www.orf.at/090223-35369/index.html

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