Neue Werbewege – wenn der Kunde zwitschert…


twitter

Der Dialog mit den Kunden wird für viele Unternehmen immer wichtiger. Das Internet bietet bereits zahlreiche Möglichkeiten zur direkten Kommunikation. Doch nun entdecken die Werbetreibenden einen weiteren Werbekanal: den Kurznachrichtendienst Twitter. Twittern wird zum Massenphänomen.

DÜSSELDORF. Dan Lash ist sauer. Vor wenigen Wochen hat er sich einen neuen DSL-Anschluss beim Kabelkonzern Comcast zu gelegt. Und nun wird die Verbindung von Tag zu Tag langsamer. Und dann soll er eine Rechnung, die er am 12. Februar bekommt, schon am 2. Februar bezahlt haben.

„Was für einen Betrug plant Comcast?“ fragt der Informatiker aus Michigan beim Kurznachrichtendienst Twitter. Lash könnte seinem Ärger in der Kundenhotline des Konzerns Luft machen – und so seine Telefonrechnung in die Höhe treiben. Stattdessen aber meldet sich sein Dienstleister über Twitter: „Das Signal sieht jetzt gut aus, ich hab das Modem zurücksetzen lassen. Lassen Sie mich wissen, ob das Problem noch besteht. Sollte es eine Mahngebühr geben, melden Sie sich, wir überweisen die zurück“, antwortet kurz darauf „Comcastcares“. Unternehmen reden mit Kunden – eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Doch inzwischen mag mancher Verbraucher sich gar nicht mehr beschweren, wohlwissend, dass er nach endloser Zeit in der Beschwerdehotline kaum auf kundige Hilfe hoffen darf. Twitter („Gezwitscher“) wird da zur Alternative. Maximal 140 Zeichen – also eine SMS – dürfen die Nachrichten lang sein, die dort verschickt werden. Und jeder, der will, kann sie mitlesen. Als Erster machte sich das Comcast zu Nutzen. Inzwischen beschäftigt der TV-Kabelkonzern ein Dutzend Leute, die Blogs und vor allem Twitter nach Kunden absuchen, die ihrem Ärger über das Unternehmen Luft machen – sie werden kontaktiert und erhalten möglichst schnell Hilfe.

Noch ist die Zahl der Menschen, die über Twitter erreichbar sind, überschaubar: Weltweit zählt der Dienst rund sechs Millionen Mitglieder – schätzungsweise 80 000 davon in Deutschland. Doch in den vergangenen Wochen erlebte Twitter das, was Vermarkter einen Hockeystick-Effekt nennen: Mit einem Mal schoss die Zahl der Neumitglieder nach oben. So verzeichneten die meistgelesenen Twitter-Nutzer allein von Januar auf Februar Zuwächse zwischen 25 und 100 Prozent. Insgesamt erhöhte Twitter seinen Mitgliederstamm 2008 um 900 Prozent.

Quelle: 16.04.09, http://www.handelsblatt.com/

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