Twitter für manche User wichtiger als Sex


50 Prozent checken Social-Media-Updates auch nachts im Bett

Soziale Medien dominieren zunehmend den Alltag ihrer Nutzer – sowohl privat als auch beruflich. Immer mehr Menschen sind beinahe zu jeder Tages- und Nachtzeit dazu bereit, sich von Twitter, Facebook und Co bei diversen anderen Tätigkeiten stören zu lassen. Manche User unterbrechen sogar das Liebespiel, um Social-Media-Updates zu checken. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Retrevo hervor, wonach rund die Hälfte aller Nutzer auch nachts im Bett oder sofort nach dem Aufstehen bei Twitter und Facebook reinschaut.

Für 16 Prozent ersetzen die sozialen Medien sozusagen den morgendlichen Blick in die Zeitung, sie holen sich die Nachrichten aus ihrem Netzwerk. Mehr als die Hälfte sagt, Facebook „muss“ zumindest einmal täglich gecheckt werden, zehn Prozent loggen sich alle paar Stunden ein. Grundsätzlich sind laut der Retrevo-Untersuchung iPhone-Nutzer noch eher bereit sich unterbrechen zu lassen als andere.

Von allen 1.000 Befragten sagten 40 Prozent, sie haben generell nichts dagegen, von Social-Media-Updates gestört zu werden. Jeder dritte Nutzer lässt sich beim Essen unterbrechen und immerhin jeder 14. sogar beim Sex. Bei der jüngeren Generation unter 25 Jahren hat schon jeder zehnte nichts mehr dagegen, für Twitter eine Pause beim Sex einzulegen.

Auch vorangegangene Studien – unter anderem von Intel vor einigen Jahren sowie eine von Retrevo vor einigen Monaten – zeigten bereits, dass Twitter zu einer Art neuen „Zigarette danach“ werden könnte, berichtet Cnet. Ob man bei solch intensiver Social-Media-Nutzung von Abhängigkeit sprechen muss, wollen die Studienautoren jedoch nicht bewerten.

„Nach der Devise ‚Always Online‘ bringt die neue Mediennutzung, die rund um die Uhr stattfindet, auch neue Chancen für Marketer mit sich“, glaubt David Nelles, Corporate Communications bei der Beratungsfirma virtual identity, gegenüber pressetext. Beispielsweise könne es für beide Seiten – User und Unternehmen – sinnvoll sein, etwa im Urlaub Informationen zum Aufenthaltsort verfügbar zu haben.

„Der entscheidende Punkt ist jedoch die Dialgogbasis. Niemand will morgens schon von Zahnpastawerbung zu gemüllt werden. Der Informationsaustausch muss auf Nachfrage geschehen, also in Form eines Dialogs“, betont Nelles. So sehr die Rund-um-die-Uhr-Nutzung auch zunimmt und die Unterbrechungsbereitschaft steigt – noch immer sagen 62 Prozent der über 25-Jährigen sie wollen überhaupt nicht gestört werden.

Quelle: 18.03.2010, pressetext

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