Knusperhäuschen unter den Baumkronen


Kaum ein Kind, das nicht von einem Baumhaus träumt. Nun können sich Erwachsene diesen Traum im Nachhinein erfüllen. In Schweden hat vor kurzem ein Hotel eröffnet, dessen Zimmer sich hoch oben unter den Wipfeln befinden. Mit dem klassischen Holzverschlag der Kindheit haben die aber nichts gemein.

Dafür garantieren die beiden Betreiber, das Architektenduo Bolle Tham und Martin Videgard. Für sie stehen zwar ökologische Aspekte im Vordergrund, am Design hat man trotzdem nicht gespart: Es ist alles andere als spartanisch. Die sechs Zimmer des Hotels (noch sind sie nicht alle fertig) wurden von jeweils unterschiedlichen Architekten und Designern entwickelt.

Die kleinen Baumhäuser sind so über den Wald in Harads in Nordschweden verteilt, dass das uneinheitliche Erscheinungsbild nicht ins Gewicht fällt: ein UFO, ein Spiegelkabinett, ein Nest, ein moderner Kunststoffblock, ein Lego-artiges Haus und ein eher klassisches Modell mit viel Fensterfläche.

Der Wald selbst stand für die beiden Architekten im Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Einerseits wollte man den Menschen ein Gefühl für die Natur vermitteln, andererseits kommuniziert die Architektur intensiv mit der Umgebung.

Drei der Räume sind mittels Hängebrücken mit nahe liegenden Bäumen verbunden, von denen man über eine Stiege auf die vier bis sechs Meter Höhe steigen kann. Ein Zimmer ist durch eine kleine Brücke direkt mit einem dahinterliegenden Hügel verbunden, zwei weitere haben elektrisch einfahrbare Treppen.

„Es ist uns darum gegangen, den Wald für unsere Architektur zu nützen, ohne Bäume umzuschneiden“, schreiben die beiden in einem Statement. Bei der Stromversorgung setzten sie auf alternative Energiequellen, und das Wasser wird aus einem sparsamen System gespeist. Auf Komfort soll dennoch nicht verzichtet werden. Für die kalten Winter im schwedischen Norden sind Fußbodenheizungen eingebaut. Immerhin müssen Temperaturen von bis zu 30 Grad Minus ausgeglichen werden, wenn der Schnee meterhoch unter den Baumhäusern liegt.

Die Idee zum Treehotel ist Tham und Videgard durch den Dokumentarfilm „Trädälskaren“ (Baumliebhaber) von Jonas Selberg Augustsen gekommen. Es geht darin um drei Männer, die das Leben im urbanen Raum satthatten und deshalb
gemeinsam ein Baumhaus bauten. Der Film wurde in Harads gedreht und beschäftigt sich philosophisch mit der Frage, was der Baum für den Menschen bedeutet – sowohl historisch als auch kulturell.

Neben den sechs Zimmern wird es auch einen Konferenz- und Frühstücksraum und eine Sauna geben. Vor allem auf Letztere sind die Architekten stolz, weil es das bisher noch nie in einem Baumhotel gab. Die Räume selbst sind allesamt mit einem Wohn-, einem Schlaf- und einem kleinen Küchenbereich ausgestattet, teilweise gibt es auch Dachterassen. Der Blick in den tiefen Wald oder in die Weiten der Landschaft – je nach Zimmer, ist jedenfalls atemberaubend.

Weitere Infos unter folgenden Links:
*        Treehotel
*        Film zum Treehotel

Quelle: 24.07.2010, ORF

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