Immer mehr Hotelbetten in Wien – das Ende der privaten Hoteliers?


Wien ist anders und wird anders…
Und der Wiener Charme? Auch der wird anders!

In der Zukunft sind der Preisdruck und die steigenden Kosten nur für gut aufgestellte Kettenbetriebe rentabel. Für privat geführte Betriebe und Pensionen wird es nur schwer möglich sein zu überleben. Nur wenige werden diesem Druck standhalten. Vor allem schaffen es nur die Betriebe zu überleben, die im Eigentum betrieben werden. Etablierte und private Betriebe mit einer klaren Positionierung werden sich in Zukunft behaupten können. Leider sind nur wenige Betriebe so positioniert. Ohne Positionierung und Verkauf wie in den letzten Jahren über Reiseveranstalter und Internetportale gibt es kein Überleben mehr.

Die Nächtigungspreise sind leider nicht mehr kostendeckend. Auch in der Hochsaison wird zu Dumpingpreisen verkauft. Der Aufwand ist zu groß. Als kleiner Betrieb sind die Anstrengungen zu groß, um sich am Markt behaupten zu können. Kleine Betriebe können nur über Kooperationen Einkaufspreise senken. Gleichzeitig wird es auch Kooperationen im Verkauf und in der Vermarktung geben müssen. Wir brauchen Förderungen wie in der Landwirtschaft. Unser Produkt kann nicht mehr kostendeckend verkauft werden bei diesem enormen Konkurrenzdruck.

Aber kleine Betriebe sind doch der Politik egal. Unser Wirtschaftminister spricht vom Rekordsommer. Alle reden von Rekorden. Die Rekorde sind nur mehr bei den Kosten, bei neuen Hotelprojekten und ja bei der Auslastung. Die Auslastung kann man sofort erreichen. Aber nicht wie in den letzten Jahren auch noch gewinnbringend. Provisionen senken die Marge und Gäste buchen Schnäppchen, weil es genug davon gibt.

Rekorde der Schnäppchen ein Zeichen unserer Zeit. Rekorde an Steuern und Rekorde an privaten Betriebe, die schließen. Aber es wird eine Zeit kommen, wo solche Betriebe gesucht werden. Nur welcher kleine Betrieb kann es sich leisten, die nächsten Jahre einigermaßen über die Runden zu bringen.

Schauen wir wie die Hotelwelt in 5 Jahren aussieht. Bin gespannt!

Wien ist anders und wird anders – Wiener Charme – auch der hat ein Ende…

P.S. Anstoß zu diesen Gedanken gab mir folgender Artikel:

Immer mehr Hotelbetten in Wien: Preisdruck steigt weiter
Utl.: ÖHV präsentiert Analyse von Christie+Co

Die starke Zunahme der Hotelbetten in Wien mache eine Neubewertung der Strategie für Wiens Tourismus unumgänglich, erklärt ÖHV-Landesvorsitzende Michaela Reitterer. Der Abbau von Hürden bei der Visavergabe und die 3. Landebahn sind notwendig. Die Wiener Nächtigungszahlen haben sich nach der Krise besser entwickelt als in allen anderen Bundesländern, die Auslastung ist aber insbesondere im Jahr 2009 stark zurückgegangen. Mit ein Grund dafür, dass Wiener Hotels im europäischen Vergleich oft für Schnäppchenpreise zu haben sind. Diese Situation ist aber wenig rentabel für die Hoteliers. Trotzdem werden in den kommenden Jahren noch mehr Hotelbetten gebaut, was für einzelne Segmente zu steigendem Preisdruck führen kann, prognostiziert eine Studie im Auftrag der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV).

Schon von 2000 bis 2009 stieg der reale Nettozimmerpreis kaum. „Betriebe der 3-Sterne-Kategorie werden durch neue Budgethotels internationaler Ketten den Preisdruck besonders zu spüren bekommen, auch bei den 4-Sterne Hotels kann der steigende Wettbewerb den Preis leicht unter Druck setzen. Insgesamt stehen die verschiedenen Segmente in Konkurrenz zur jeweils höheren Kategorie, was sich auf Preis und Auslastung auswirken wird“, so Mag. Lukas Hochedlinger, Manager Business Development  Austria & CEE bei Christie + Co. Die Studie von Christie + Co geht zwar von einer Gesundung der Auslastung trotz neuer Kapazitäten bis 2013 aus, allerdings nur, wenn die Volkswirtschaft im prognostizierten Rahmen wieder anspringt.

ÖHV-Landesvorsitzende Michaela Reitterer gibt dabei zu bedenken: „Wenn die europaweiten Steuererhöhungen 2011 schlagend werden, ist eine neue Zurückhaltung bei privaten und geschäftlichen Reiseausgaben zu befürchten.“ Auslastung eingebrochen, trotzdem immer mehr Betten In den vergangenen zehn Jahren stieg das Angebot an Hotelzimmern in Wien jährlich um 2,5%, von 21.300 auf 26.700. Kämen alle Projekte bis 2013 auf den Markt, würde sich das Wachstum auf 4% pro Jahr beschleunigen. Derzeit befinden sich 14 Projekte mit ca. 2.500 Zimmern in Bau, weitere 14 Projekte mit ca. 2.000 Zimmern in der Planungsphase. Die stärksten Zimmerzuwächse werden im Budget- (+36%) und im Luxussegment (+28%) erwartet. Die Zimmerauslastung der Wiener Hotels erreichte 2006 und 2007 mit rund 71% ihren Höhepunkt. 2009 sackte die Auslastung auf 64% ab.

Reitterer zieht daraus klare Schlüsse: „Standortagenturen, Berater und Investoren werden gut beraten sein, den Stellenwert der Nächtigungen als Kriterium für die Standortauswahl zu relativieren. Zunehmender Preiswettbewerb und steigende Kosten werden vernachlässigt. Wir müssen überprüfen, wie wir unsere Strategie an die neuen Rahmenbedingungen anpassen“. Die von der ÖHV mitgetragene Strategie „100 und 1 und jetzt“ sei unter anderen Rahmenbedingungen entworfen worden. „Wie es derzeit aussieht, verschärft sich die Situation zunehmend. Wir werden die Situation und die Maßnahmen darauf in diesem neuen Kontext rasch neu bewerten müssen“, schlägt Reitterer das kommende Jahr für eine Evaluierung vor.

Internationalisierung ist mehr als nur ein Schlagwort Reitterer setzt auf die Zusammenarbeit zwischen Betrieben, WienTourismus und Österreich Werbung: „Wiens Erfolg heißt Internationalisierung, darauf müssen wir setzen.“ Die Grundlagen dafür waren aus Sicht der Wiener Hotellerie schon besser: „Internationalen Gästen wird es derzeit unnötig schwer gemacht, nach Wien zu kommen: Unsere derzeitige Visapolitik führt dazu, dass Business-Gäste und Urlauber auf andere Destinationen ausweichen. Top-Gäste aus dem arabischen Raum, aus Russland, Indien und China lassen sich das nicht gefallen und wählen einfach andere Reiseziele.

Wer doch kommt, wird via Flugabgabe zur Kasse gebeten. Nach der Ankunft verleidet das Baustellenchaos auf den Bahnhöfen die Anreise“, ortet Reitterer massiven Nachholbedarf. Ohne Alternative ist aus ihrer Sicht der Bau der dritten Piste: „Damit das nicht in ein paar Jahren schlagend wird, müssen wir jetzt rasch handeln!“ Im Vergleich zu anderen Metropolen hinke Wien auch beim Shopping-Erlebnis hinterher: „Gerade Städte- und Geschäftsreisende wissen genau, wo sie sonntags vor geschlossenen Geschäften stehen und wo man sie immer gerne empfängt.“

Die Studie von Christie + Co finden Sie hier.

Die ÖHV vertritt die Interessen von 1.200 Betrieben der führenden Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie – davon 171 Betriebe in Wien (inklusive aller 5-Sterne-Hotels). Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4- und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro. Christie + Co wurde 1935 in London gegründet und ist die Nummer 1 für Hotelimmobilien in Europa. Das Unternehmen begleitet auch Transaktionen von Gastronomie-, Freizeit-, Senioren- sowie Einzelhandelsimmobilien und bietet fundierte Beratungs- und Bewertungsdienstleitungen an. Christie + Co beschäftigt über 250 Experten, die neben ihrer Kenntnis der regionalen und überregionalen Märkte auch über ein breites Know-how in Bezug auf aktuelle Markttrends und örtliche Besonderheiten verfügen. Das Unternehmen unterhält europaweit 25 Niederlassungen, unter anderem seit 1. September in Wien.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.christie.com sowie http://www.christiecorporate.com.

Rückfragehinweis:
Österreichische Hoteliervereinigung
Hofburg
1010 Wien
http://www.oehv.at

Christie+Co
Dapontegasse 11/9, 1030 Wien
http://www.christie.com
http://www.christiecorporate.com

Kontakt:
Michaela Reitterer,
Landesvorsitzende Wien
Tel.: +43 (0)1 533 09 52
Fax: +43 (0)1 533 70 71
office@oehv.at
http://www.oehv.at

Mag. Lukas Hochedlinger, MSc
Manager Business
Development Austria & CEE
Tel.: +43 (0)1 997 13 65
Fax: +43 (0)1 997 13 65 – 65
lukas.hochedlinger@christie.com

Ein Gedanke zu „Immer mehr Hotelbetten in Wien – das Ende der privaten Hoteliers?

  1. Nomen est omen – dennoch würde ich gerne eine Lanze brechen für die kleinen, privaten Betreiber in Wien. Im Hotelsektor kenne ich mich nicht aus – das gebe ich gerne zu.

    Ich sehe jedoch seit 5 Jahren einen regelrechten Boom bei privaten Unterkünften, von Privatzimmern über Ferienwohnungen bis hin zu Wohnen-auf-Zeit Lösungen. Mag sein, dass die klassische Pension oder das kleine Hotel derzeit am absteigenden Ast ist. Die kurzfristige Vermietung möblierter Apartments hat inzwischen zumindest einen sichtbaren Anteil an den Betten in Wien (2-4%).

    Mangels voller Zugehörigkeit zu WKO bzw ÖHV gibt es über diesen Bereich leider kaum Daten.

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