Wer wird in 10 Jahren noch in unserer Branche arbeiten?


Unterschiede vor allem nach Branche

„Relativ gering“ sind übrigens die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Das höchste mittlere Jahreseinkommen wird für die Unselbstständigen in Niederösterreich erzielt (26.468), das niedrigste in Tirol (22.539). Im Bundesländervergleich verdienen in Wien Frauen am meisten, dafür Männer am wenigsten. In Vorarlberg wiederum gibt es den größten Unterschied zwischen Männern und Frauen – der ist mit 33.348 gegen 15.851 ziemlich gewaltig.

Die Höhe des Bruttojahreseinkommens hängt stark vom Wirtschaftsbereich ab, in dem eine Person beschäftigt ist. Die Branchen mit den höchsten Einkommen sind die Energieversorgung (Median 2009: 48.883 Euro), die Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (39.430 Euro) sowie der Bereich Information und Kommunikation (37.801 Euro).

Die mit Abstand niedrigsten Einkommen werden in der Beherbergung und Gastronomie (mittleres Einkommen 2009: 9.506 Euro) und im Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen mit 13.891 Euro erzielt.

Beamte weit voran
Beamte verdienen fast das Dreifache von Arbeitern – und der Wert ihres Einkommens hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht, während die Einkünfte der Arbeiter inflationsbereinigt sogar gesunken sind. Das geht aus dem Einkommensbericht für die Jahre 2008 und 2009 hervor, der am Donnerstag vom Rechnungshof veröffentlicht wurde.

Weiter im Nachteil sind auch die Frauen, die auf lediglich 81 Prozent des männlichen Einkommens kommen. Dieser Abstand gilt auch nur, wenn Vollzeitbeschäftigte verglichen werden. Nimmt man alle Beschäftigungsverhältnisse her, betrug das mittlere Einkommen der Frauen 2009 nur 60 Prozent des mittleren Männereinkommens.

Teilzeitjobs sind Frauensache
Das rührt daher, dass Teilzeitbeschäftigung in Österreich in erster Linie Frauensache ist. Nicht weniger als 87 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten sind weiblich. Immerhin 44 Prozent aller erwerbstätigen Frauen sind in solch einem Arbeitsverhältnis, während der Männeranteil nur sechs Prozent beträgt.

Am geringsten ist der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern im öffentlichen Dienst. Nimmt man die Vollzeitdienstverhältnisse her, gibt es praktisch überhaupt keine Differenz. Auch inklusive Teilzeit ist die Schere nicht allzu groß. Hier kommen Frauen auf 93 Prozent des Medianwerts der Männer.

Beamte durchschnittlich mit knapp 48.000 Euro
Insgesamt ist es in Österreich finanziell nicht gerade das Schlechteste, im öffentlichen Dienst zu arbeiten. Das mittlere Bruttojahreseinkommen von Beamten betrug 2009 47.848 Euro und lag damit weit über jenem aller anderen unselbstständig Beschäftigten. An zweiter Stelle kamen dann gleich die Vertragsbediensteten, allerdings mit deutlichem Abstand (28.103 Euro), die Angestellten folgten mit 27.723 Euro, und abgeschlagen am Ende waren die Arbeiter, die gerade einmal 17.874 Euro lukrierten und nur knapp vor den Pensionisten lagen (16.905).

Durchschnittseinkommen 23.602 Euro
Unselbstständig Erwerbstätige erzielten 2009 insgesamt ein mittleres Bruttojahreseinkommen von 23.602 Euro. Werden Lehrlinge aus der Berechnung ausgeschlossen, erhöht sich der Wert auf 24.449 Euro.

Ziemlich am Ende der Skala stehen die selbstständig Erwerbstätigen mit einem Jahreseinkommen von 11.106 im Jahr 2007, ab 2008 gab es dafür keine Daten. Freilich sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Denn die dem Rechnungshof vorliegenden Daten können gewisse steuerliche Gestaltungsräume nicht einbeziehen, weshalb die Einkommen der Selbstständigen „tendenziell“ unterschätzt werden, wie der RH schreibt. In der Landwirtschaft wurden 2009 laut „Grünem Bericht“ Durchschnittseinkünfte von 10.877 Euro erzielt.

Arbeiterlöhne sinken
Interessant ist ein Blick auf die langfristige Entwicklung der Einkünfte. Der Rechnungshof geht vom Richtwert des Jahres 1998 aus und erkennt, dass seither die mittleren Einkommen der Unselbstständigen inflationsbereinigt leicht gesunken sind. So kamen Arbeiter im Vorjahr nur noch auf 91 Prozent des Werts von vor elf Jahren. Dagegen legten die Beamten im selben Zeitraum um gleich 26 Prozent zu.

Wobei die RH-Beamten bezüglich der Zahlen für den Öffentlichen Dienst relativieren. Immerhin seien die Beamten im Schnitt besser ausgebildet und älter, wodurch sich automatisch höhere Einkommen ergäben.

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