Soziales Netzwerk baut Werbung aus


Soziale Netzwerke
Bildquelle: 26.09.2010, Cloudrecruiting.net

Das Soziale Netzwerk Facebook erweitert sein Werbeangebot um „Sponsored Stories“. Ähnlich wie bei den Promoted Tweets auf Twitter und Googles Adwords können Unternehmen dafür zahlen, dass ihre Werbung bei bestimmten Inhalten aufscheint – in dem Fall werden die Nutzer selbst instrumentalisiert.

Sobald ein Nutzer etwa Facebooks „Gefällt mir“-Button („Like it“) anklickt, erscheint diese Empfehlung als Werbeeinschaltung auf den Facebook-Seiten seiner Freunde. Auch die Lokalisierungsfunktion Facebook Places, Facebook-Anwendungen und Updates auf Unternehmens- und Fanseiten können entsprechend verwendet werden.

Ein Beispiel: Ein Möbelhaus bucht ein Kontingent „Sponsored Stories“ für Facebooks Lokalisierungsservice Places. Checkt ein Nutzer mit Facebook Places bei diesem Möbelhaus ein, gibt also an, dass er gerade vor Ort ist, erscheint eine entsprechende Meldung in seinem News-Feed (Statusupdates) auf Facebook. Dieses Statusupdate kann nun vom Möbelhaus inklusive Namen und Bild des jeweiligen Nutzers, weiteren Infos wie Begleitung sowie Kommentaren und Likes bei den Facebook-Kontakten des Nutzers eingeblendet werden. Die Werbung erscheint am rechten Rand der Facebook-Seiten, optisch etwa durch ein Logo des Möbelhauses als solches auch erkennbar.

Facebook will mit dieser Werbemöglichkeit die Möglichkeit schaffen, das Vertrauen in die beworbene Marke zu steigern, da üblicherweise Freunde ihren Freuden und deren Empfehlungen mehr vertrauen. So seien in der Testphase die Markenerkennung und die Wahrscheinlichkeit der Weiterempfehlung einer Marke oder Firma deutlich gestiegen, erklärte Facebook im eigenen Werbevideo. Marken wie Coca-Cola, Levi’s und Bud Light sowie Organisationen wie Amnesty International und die Alzheimer’s Association haben die Möglichkeit der „Sponsored Stories“ getestet oder werden testen.

Gegenüber der „Financial Post“ erklärte ein Facebook-Manager, dass die Nutzer bei den „Sponsored Stories“ weiterhin die Kontrolle über ihre Inhalte haben – im Gegensatz zu den Werbern, die die Meinung der Nutzer nicht kontrollieren können. Postet etwa ein Nutzer eine Unmutsäußerung, kann auch diese als Grundlage für eine Werbeeinblendung genutzt werden. Allerdings soll es dafür eine Meldemöglichkeit geben.

Die Werbung wird gemäß den Privatsphäre-Einstellungen angezeigt. Dort kann angepasst werden, welcher Nutzer welche Inhalte sieht und welche nicht. Ob „Sponsored Stories“ auch deaktiviert werden können, also ein Nutzer entscheiden kann, ob seine Inhalte grundsätzlich verwendet werden dürfen oder nicht, konnte Facebook Deutschland auf Anfrage von ORF.at nicht beantworten.

Es ist wenig überraschend, dass Facebook zusätzliche Möglichkeiten sucht, um aus seinen fast 600 Millionen Nutzern weltweit Kapital zu schlagen. 2010 soll Facebook bereits knapp zwei Milliarden US-Dollar Umsatz generiert haben, heuer sollen es laut Schätzungen von Branchenkennern vier Milliarden werden.

Facebooks „Like it“ sind ein wertvolles Messinstrument für den Markenwert, eine kommerzielle Nutzung liegt da auf der Hand – auch die Einbeziehung der Nutzer, das eigentliche Kapital von Facebook. Ihre Empfehlungen sind für die Firmen und ihre Vermarkter Gold wert. Die Nutzer bekommen im Gegenzug für ihre Verwendung als eine Art Testimonial kein Geld, sondern die weiterhin kostenlose Nutzung von Facebook. Ab Dienstag sollen „Sponsored Stories“ nach und nach weltweit verfügbar werden.

Aus der Testphase sind keine größeren Nutzerproteste bekanntgeworden, üblicherweise ruft jede Änderung bei Facebook aber einige Kritiker auf den Plan. Auch bei der jüngsten Umstellung des Layouts der Nutzerprofile gab es Aufregung unter den Nutzern – die gab es auch bei der Einführung des News-Feeds 2006. Im aktuellen Fall könnte die Nutzung von Nutzerinhalten für kommerzielle Zwecke jedoch zu einem größeren Aufschrei führen.

Quelle: 26.01.2011, ORF

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s