Social Media bringt nichts


Alle reden über Social Media – aber keiner kauft ein. Nachdem sich im E-Commerce bereits zahlreiche Händler enttäuscht von Social-Commerce abgewendet haben, findet nun auch ein Vertreter der Reisebranche offene Worte: Für „völlig überbewertet“ hält Christian Saller, Chef der Flug- und Hotelsuche Swoodoo, den Kanal.

Bestenfalls „nice-to-have“ seien Unternehmensauftritte und -Kampagnen in Social-Media-Plattformen, meint die Flug- und Hotelsuchmaschine Swoodoo. Jedenfalls in der Tourismusbranche geht, sei der Nutzwert von Social Media vernachlässigbar. „Wenn es um Social Media geht, herrscht in der Touristik Aktionismus“, sagt Swoodoo-Chef Christian Saller anlässlich der Tourismusmesse ITB. „Jeder möchte dort vertreten sein – der Nutzen für den gewünschten Abverkauf ist jedoch fraglich.“ Nach Sallers Meinung sind Social-Media-Plattformen für Reisevermittler und -veranstalter allenfalls eine attraktive Visitenkarte. Mehr Verkauf sei dadurch jedoch bisher nicht zu generieren.

Als überbewertet sieht der Manager auch die Bedeutung der Boom-Plattform Facebook für die Tourismusindustrie, denn die Anzahl der Fans stehe oftmals in keinerlei Verhältnis zu den monatlichen Verkaufszahlen. Viele Reiseportale verfügten lediglich über einige hundert oder tausend Anhänger, eine verschwindend kleine Anzahl angesichts der siebenstelligen Anzahl von Flug- und Reisebuchungen monatlich.

Auch den Wert von Verkaufsaktionen auf Social-Media-Seiten bezweifelt Swoodoo. „Klassische Kanäle für Abverkaufs-Aktionen wie Newsletter-Marketing sind hier immer noch der Königsweg, erfolgreiche Verkaufsaktionen über Social Media in der Tourismusindustrie sind mir nicht bekannt“, so Saller. Eine Präsenz auf Facebook und Co. sei in erster Linie eine Image-Pflege für eine überschaubare Gruppe von Fans anstatt eines effektiven Instruments für den Abverkauf von Tickets oder Reisen.

In den USA haben sich schon seit geraumer Zeit viele Retailer wieder vom Social Commerce abgewandt: Gamestop, J.C. Penney, Gap und Nordstrom haben in den letzten Monaten ihre Facebook-Shops geschlossen. Auch die Forrester Research-Analystin Suchirita Mulpuru, die auf der Messe Internet World am 27. März die Keynote hält, hat dem F-Commerce in ihrer Studie „Will Facebook ever drive E-Commerce?“ eine düstere Zukunft prognostiziert.

Quelle: Internetworld
http://www.internetworld.de/Nachrichten/E-Commerce/Handel/Swoodoo-glaubt-nicht-an-Facebook-Co.-Reiseanbieter-Social-Media-bringt-nichts

 

 

2 Gedanken zu „Social Media bringt nichts

  1. Dazu ein Kommentar, den ich auf Google+ bei „some communication“ gefunden habe:
    „Klar, wenn der letzte #Facebook Post vom 08. August 2011 stammt (https://www.facebook.com/swoodoo / 1.603 Fans) & der eigene #Twitter Account (83 Tweets in 888 Tagen / 0 Following / 136 Follower) nur automatisiert „gefüttert“ wird (https://twitter.com/#!/swoodoo_de) kann ich natürlich keinen Erfolg verzeichnen. Ganz abgesehen davon, dass ich immer nur was von kaufen lese…“

  2. Ich glaube, das Urteil „bringt nichts“ ist ein bisschen zu pauschal. Ich könnte mir durchaus interessante Diskussionen und Erfahrungsberichte über Reiseveranstalter, Reiseziele, Hotels usw. auf Facebook vorstellen. Wer möchte nicht von seinem tollen Urlaub berichten oder seinen Tipp an einen anderen Reisenden weitergeben, der später an diesen Ort fährt? Ich denke aber, dass es nicht einfach ist, eine solche Diskussion zu starten und am Leben zu erhalten. In einer Situation, wo viele Hotels wenig berauschende Webseiten haben, kann man nicht auch noch keine tollen Social Media-Aktionen erwarten. Es fehlen die Kenntnisse und auch die Zeit, was man keinem Hotelier verdenken kann, da er ganz andere Aufgaben zu bewältigen hat.
    Und wer über Facebook bucht (ob Hotelzimmer oder Pauschalreise) muss schon ein riesiger Fan des Anbieters sein und dessen Angebot kennen und gezielt aufsuchen. Diesen treuen Kunden sehe ich dann aber eher auf der eigenen Webseite des Anbieters, wo letzterer die Hoheit hat – von der Gestaltung des Layouts bis hin zur Datenspeicherung für das Kundenbeziehungsmanagement.
    Wer auf Facebook eine Empfehlung an seine Freunde ausspricht, kann ruhig die Facebook-Seite des Anbieters verwenden. Dort aber steht der Wegweiser auf die eigene Website, wo alle Informationen zu finden sind und gebucht werden kann.
    Es muss nicht jede Plattform alles können. Eine sinnvolle Spezialisierung und Arbeitsteilung halte ich für viel besser.

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